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Dinner-Speech anlässlich des 

70. Geburtstag von Rolf Seelmann-Eggebert

16. Februar 2007, 19 Uhr

Anglo-German Club

Harvestehuder Weg 44, Hamburg

 

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Frau Seelmann-Eggebert

lieber Rolf,

 

der Winter im Norden ist eine unerfreuliche Jahreszeit. Wenig erbaulich – und er geht nicht ohne Verluste ab. Nachdem bereits Herr Lampe krankheitsbedingt absagen musste, erreichte mich vor einer Stunde die Nachricht, dass auch unser Intendant den Kampf gegen die Viren vorrübergehend verloren hat. Er lässt sich entschuldigen und grüßt dich, lieber Rolf, herzlich.

 

Sie alle darf ich für den NDR herzlich Willkommen heißen zu diesem Abendessen anlässlich des 70. Geburtstages von Rolf Seelmann-Eggebert.

 

Die Auswahl des Restaurants zur Feier Deines 70. Geburtstages fiel nicht schwer. Es musste etwas Britisches sein und so sind wir rasch im Anglo-German-Club gelandet: Britisch ist das Prägende an Rolf Seelmann-Eggebert und überlagert den frühen Afrika-Korrespondenten und den Programmdirektor des Norddeutschen Rundfunks.

 

Deine Karriere, lieber Rolf, begann in Hannover (RSE ist zwar in Berlin geboren, dort aber aufgewachsen). Das ist bekanntlich die Stadt der Welfen und damit war die Verbindung zum Britischen bereits angelegt. Denn die Herrscher von Hannover erbten 1714 das Königreich Großbritannien und Irland. Die letzte Welfin auf dem britisch-irischen Thron war Königin Victoria. Von ihrem Gatten, Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, stammt bekanntlich das heutige britische Königshaus ab. Es wurde 1917 in Haus Windsor umbenannt.

 

An diese enge Beziehung zwischen Hannover und dem Haus Windsor hat Rolf Seelmann-Eggebert in seiner Laufbahn erfolgreich angeknüpft.

 

Früh führte ihn sein Weg zum NDR. Noch während der Schulzeit sammelte er erste journalistische Erfahrungen beim NDR. 1964 dann wurde Rolf Seelmann-Eggebert Leiter der Reportageabteilung beim NDR Hannover. Bereits 1968 wurde er HF- und FS-Korrespondent in Afrika – und blieb es bis 1977. Daraus resultiert bis heute eine andauernde Liebe zu diesem Kontingent.

 

1978 dann war es soweit. Rolf Seelmann-Eggebert ging nach London – als FS-Korrespondent. Und dort begann er, eine ganz eigene Berichterstattung über das britische Königshaus zu etablieren – in bester öffentlich-rechtlicher Manier – ohne die Versuchungen der Regenbogenberichterstattung, seriös und mit großem Erfolg. Er lieferte fundierte Informationen, Hintergründiges und Unterhaltsames über die Adelshäuser Europas – nie respektlos, nie voyeuristisch, immer informativ.

 

Seither und bis heute richtet sich das Leben von Rolf Seelmann-Eggebert häufig nach den Ereignissen in den Schlössern Europas. Ob Hochzeiten oder Trauerfälle – Rolf Seelmann-Eggebert steht immer zur Verfügung.

 

Ein einziges Mal hat ihn eine Nachricht wirklich überrascht: Als Prinz Charles seine Verlobung mit Camilla Parker-Bowles bekannt gab: Da war Rolf Seelmann-Eggebert mit einem Kreuzfahrtschiff in Südamerika unterwegs. Er wurde hier schmerzlich vermisst – und zur Hochzeit war er natürlich wieder in Windsor.

 

Rolf Seelmann-Eggebert ist durch und durch ein Gentleman, der nie unhöflich oder gar ausfallend wird. Und einer, der feiern kann! Legendär im Studio London sind bis heute die Weihnachtsfeiern, die er alljährlich bei sich zu Hause ausrichtete. Alle Mitarbeiter kamen – samt Familien. „He’s a happy man“ – sagen die Kollegen; ehemalige und aktuelle.

 

Dieser „happy man“ übernahm 1982 bis 1989 den Posten des NDR Programmdirektors. Er war mein Vor- Vorgänger. Und hatte sich wie keiner zuvor mit der zunehmenden Konkurrenz im TV-Markt herumzuschlagen.

 

In diese, deine Zeit als Programmdirektor Fernsehen fällt auch unsere erste Begegnung – und sie hatte einen heftigen Anlass und war intensiv. Ich hatte nämlich am 2. Januar 1987 meinen ersten Arbeitstag als Referent in der Intendanz des NDR. Und dort liefen scharenweise Protestbriefe ein, weil der NDR die falsche Neujahrsansprache des Bundeskanzlers ausgestrahlt hatte – die des Vorjahres nämlich. Ein Band wurde verwechselt und löste ein politisches Gewitter aus, dass auf den Fernsehdirektor Rolf Seelmann-Eggebert herunterprasselte.

 

1990 dann – da war er bereits Chefkorrespondent – initiierte er die aufwändige Fernsehaktion „Eine Welt für alle“. 70 Fernsehsender haben sich an diesem Programmschwerpunkt beteiligt. Wenn man so will, hat er die ARD-Themenwochen erfunden – und nicht Jobst Plog.

 

Eine Chance für Afrika – das war und ist stets eines der großen Themen von Rolf Seelmann-Eggebert, seit er Korrespondent in Afrika war. Für sein ehrenamtliches Engagement auf humanitärem Gebiet wurde er vielfach geehrt: Zuletzt 2002 mit dem Verdienstkreuz der 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

Auch nach dem Ende deiner Zeit als Festangestellter bist du, lieber Rolf, dem NDR treu geblieben, wofür wir alle dir sehr dankbar sind. Am dankbarsten aber war immer das Publikum, das bei deinen kenntnisreichen Kommentaren immer unserem Programm den Vorzug gegeben hat. Du bist und bleibst hoffentlich noch lange  die graue Eminenz der ARD-Hofberichterstattung – jetzt als Angestellter deines Sohnes Florian. Du öffnest uns die Türen zu sonst so hermetisch abgeriegelten Welt des Hochadels.

 

Du bist und bleibst einer der bekanntesten und beliebtesten Fernsehjournalisten Deutschlands. Und deshalb richten wir dir zu deinem runden Geburtstag nicht nur ein Essen aus, sondern hatten auch eine „Seelmann-Eggebert-Nacht“ im NDR Fernsehen ausgestrahlt.

 

Lieber Rolf: Als Du König Harald von Norwegen anlässlich dessen 70. Geburtstages jüngst interviewt hast (Ihr seid ja quasi gleich alt), hast Du mit Erstaunen von ihm gehört, er habe eigentlich gar nichts mehr vor in seinem Leben. Das geht dir ganz sicher anders.

 

Ich habe Hochachtung vor dem , was du im und für den NDR geleistet hast – und noch immer leistest: als bekannter Journalist, als kluger Vorgesetzter, als fürsorglicher Nachwuchsförderer und als „Mann für die Königshäuser“. Und ich habe auch selbst von manchem guten Rat von dir profitieren dürfen.

 

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dir, auf weitere Essen anlässlich runder Geburtstage, auf viele gelungene Fernsehproduktionen, - aber vor allem gratuliere ich dir ganz, ganz herzlich zum Geburtstag!

 

 

Als sich 1989 die Mauer öffnete, da stand auch die weitere Entwicklung des Staatsfunks der DDR und später die Neugestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland auf der gesellschaftlich-politischen Agenda. Im Norden der Republik wurde lebhaft diskutiert, ob das neue Land Mecklenburg-Vorpommern eine neue Rundfunkanstalt mit den Ländern Brandenburg und Berlin gründen sollte, oder aber dem - von den Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg getragenen - Norddeutschen Rundfunk beitreten sollte. Einer, der dabei war und die Entwicklung mit beeinflusste, beschreibt, wie alles anfing: Von der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze bis zum Sendestart des NDR in Mecklenburg-Vorpommern [Mehr]

NDR Zeitzeugen: Volker Herres im Interview | NDR.de | NDR-Chronik [Mehr]

Erinnerung an Helmut Schmidt

Anlässlich seines 85. Geburtstages blickte Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt 2003 in einem Interview mit den Journalisten Volker Herres und Joachim Knuth auf seinen Lebensweg zurück.


Quotenmeter schrieb über den @ARD_Presseclub:

Jürgen Habermas über den ARD-Presseclub:

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